Zugvögel nach Süden

Sie und Er fliegen im Herbst von Schleswig-Holstein nach Italien. Ihren unkonventionellen Persönlichkeiten (er Schriftsteller - sie Ex-Model und Meteorologin beim WetterTV) entspricht ihr unkonventionelles Reisemittel: ein offener Doppeldecker.

Entlang der Romantischen Straße erleben die beiden das herbstliche Deutschland auf einsamen Feldflugplätzen, in ländlichen Gasthöfen und mittelalterlichen Kleinstädten. Die Alpen stellen sich ihrem filigranen Fluggerät und ihrem Mut als große Herausforderung. Nach erfolgreichem Wagnis umfängt sie in Italien noch einmal der heiße Spätsommer. Venedig fesselt sie mit seine morbidezza und originellen Begegnungen, in der Toskana erleben sie eine ländliche Hochzeit, und in Florenz geraten sie unverhofft in den Mittelpunkt der ›Schönen und Reichen‹, bis sie sich, des dolce far niente überdrüssig geworden, in die Abgeschiedenheit der Poebene verfliegen.

Während ihrer Reise spüren sie sich auch im Spannungsfeld ihrer gegenseitigen Defizite. Er findet den Mut zum ersehnten Abenteuer erst in Gegenwart der geliebten Freundin und nimmt dabei in Kauf, daß er sie jenen Gefahren aussetzt, denen er sich ohne ihre Begleitung nicht stellen würde. Und sie würde ohne ihn den Boden unter den Füßen verlieren und sich in all jenen Versuchungen und Alternativen verlieren, die ihr aufgrund ihres Äußeren allenthalben geboten werden.

In Südtirol wird ihr Heimflug behördlicherseits aufgehalten. Als ein Unwetter naht, das ihrem leinwandbespannten Vogel zum Verhängnis werden kann, starten sie verbotswidrig zu einem abenteuerlichen, von Ängsten begleiteten Nachtflug bei Vollmond über die verschneiten Alpen. Daraufhin entscheidet sich auch das Schicksal ihrer künftigen Gemeinsamkeit.

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Zugvögel nach Süden, Verlag BoD, Norderstedt 2008
ISBN
9-783839-131015 12,00€